Heimische Heil- und Vitalpilze (Englische Broschur)

20 Pilze für Küche und Hausapotheke. Immunstärkend, antibakteriell und zellschützend, Kompakt-Ratgeber
ISBN/EAN: 9783863745639
Sprache: Deutsch
Umfang: 159 S.
Format (T/L/B): 1.5 x 16.5 x 11.5 cm
Einband: Englische Broschur
Auch erhältlich als
Das faszinierende Schattenreich der Pilze ist voller Geheimnisse. Einerseits gehören sie zu den seit Jahrtausenden verwendeten Nahrungsmitteln, andererseits sind sie mit Menschen und Tieren näher verwandt als mit den Pflanzen. Aufgrund ihrer besonderen Lebensweise und ihrer einzigartigen Überlebensstrategien gelten sie seit jeher als besondere Heilmittel. Das Wissen um die heilende Kraft der Pilze aus heimischen Wäldern, Wiesen und Gärten wird erst seit Kurzem sowohl von der Volksheilkunde als auch von der medizinischen Forschung wiederentdeckt. Für interessierte Laien, aber auch für routinierte Pilzsammler eröffnen sich erstaunliche Möglichkeiten, weniger bekannte Arten ins Repertoire aufzunehmen oder beliebte Speisepilze von einer ganz neuen Seite kennenzulernen. Der KompaktRatgeber versteht sich als Bestimmungs, Koch und Heilmittelbuch in einem. Er behandelt den gesamten Prozess der Verwendung heimischer Pilze: vom Auffinden und Sammeln über Eigenarten und Zubereitung bis hin zur gezielten Krankheitsvorbeugung und volksheilkundlichen Behandlung zahlreicher Leiden. Von Austernpilz bis Zunderschwamm 20 heimische Pilzarten im Porträt Zahlreiche Rezepte und Anleitungen für die Verarbeitung und Herstellung von Ölen, Salben, Tees, Tinkturen Hilfreiche Hinweise zum sicheren Sammeln, wertvolle Informationen zu den Inhaltsstoffen und praktische Anwendungsempfehlungen
Gerit Fischer, geb. 1972, ist Ernährungswissenschaftlerin und Mykomolekulare Fachberaterin. Sie arbeitet als Referentin, Autorin und freie Journalistin mit Schwerpunkt nachhaltige Ernährung und Klima. Seit über zehn Jahren ist sie auf "Essen zum Selbersammeln" spezialisiert und bildet sich zum Thema "medizinisch wirksame Pilze" laufend weiter. Sie lebt in Gablitz im österreichischen Wienerwald, wo sie Vorträge und Exkursionen anbietet. Im eigenen Blog und für verschiedene Zeitschriften schreibt sie über Ernährungs- und Umweltthemen.
((Auszug aus dem Kapitel "Im Reich der Pilze")) PILZE IN DER HAUSAPOTHEKE Das Wissen vom Heilen mit Pilzen, die sogenannte Mykotherapie, lässt sich über Jahrtausende zurückverfolgen. Es gab keine Kultur, in der Pilze nicht zum Heilen verwendet wurden. In allen frühesten schriftlichen Aufzeichnungen wurden Pilze als Heilmittel angeführt. Schon der Gelehrte Plinius der Ältere (23-79 n. Chr.) erwähnte die Heilkraft der Pilze. Sogar Tiere kennen sich damit bestens aus: Die Rentiere in Lappland legen weite Strecken zurück, um Fliegenpilze zu fressen - und vermutlich nicht nur als Nahrung. Begriffsverwirrung Heilpilz, Vitalpilz, Medizinalpilz, Gesundheitspilz - vier Bezeichnungen mit derselben Bedeutung.(.) Das Wirkspektrum der Pilze Neben den weitverbreiteten Nährstoffen, die zur Heilwirkung beitragen, sind vor allem zwei Gruppen von Wirkstoffen in Pilzen einzigartig: ihre Polysaccharide und ihre Triterpene. Ihr Wirkungsspektrum lässt sich grob umreißen mit antientzündlich, antioxidativ, antitumoral und keimhemmend (Bakterien, Viren, Pilze). Organisch sind die Wirkungen vor allem - aber nicht nur - im Immunsystem, im Verdauungstrakt und im Herz-Kreislauf-System zu verorten. Dabei fällt auf, dass derselbe Pilz oft gegensätzliche Wirkungen in sich vereint: etwa schlaffördernd und anregend oder immunaktivierend und immunberuhigend (bei Allergien). Sie wirken "adaptogen", also ausgleichend. Einzigartige Leistung Pilze besiedeln in der Natur eine unwirtliche Nische: Ihr Lebensraum ist schattig, feucht und von Bakterien, Viren und Parasiten bevölkert. Nur durch die Produktion stark keimhemmender Inhaltsstoffe können sie überleben. Und nur Baumpilze können das Lignin im Holz abbauen und die typischen Inhaltsstoffe ihrer Wirtsbäume aufnehmen, zu denen sie ihre eigenen hinzufügen. Pilze bilden also Stoffe, die sonst nirgends vorkommen. Wirkung durch Kohlenhydrate Die wichtigsten Polysaccharide der Pilze sind die ß-Glucane (Beta-Glucane), sogenannte Vielfachzucker, die ausschließlich aus Glucosemolekülen bestehen. Es handelt sich um lange verzweigte Ketten, manche wasserlöslich, manche fettlöslich. Für uns sind sie unverdaulich, also Ballaststoffe. Für unsere Darmbakterien aber sind sie Nahrung. Sie verdauen sie zu Bruchstücken, die unsere Darmschleimhaut nähren und indirekt das Immun- und andere Systeme beeinflussen. Besonders gut vertreten sind sie in Austernseitling, Judasohr und Samtfußrübling. Verdauung: sättigend, verbesserte Darmperistaltik, verringerte Aufnahme von Schadstoffen HerzKreislaufSystem: bei Bedarf cholesterin und blutzuckersenkend Immunsystem: virenhemmend Tumorbekämpfung: Hemmung der Blutversorgung des Tumors, Hemmung von Metastasen, Aktivierung der Selbstzerstörung von Tumorzellen Zudem: entzündungshemmend, Schutz der Nervenzellen, Hautschutz Wirkung durch Terpene Terpene sind besonders häufig in harten Baumpilzen anzutreffen. Auch im Pflanzenreich sind sie weitverbreitet, dort als Baustein der ätherischen Öle. Eine wichtige Untergruppe sind die sogenannten Triterpene, sie haben ein breites Wirkungsspektrum. Reich an Triterpenen sind etwa der Rotrandige Baumschwamm und alle Lackporlinge. HerzKreislaufSystem: herzstärkend, bei Bedarf cholesterin und blutdrucksenkend Immunsystem: antiviral Tumorbekämpfung: Kontrolle der Zellteilung Zudem: leberschützend, schmerzstillend (.)
Kulinarische und heilkundliche Schätze zum Selbersammeln